Mein Bericht

Vom Hunger kann ich euch erzählen,
ich kenn ihn, seit ich spüren kann,
vom Schicksal, das wir selbst nicht wählen
und dem man nicht entgehen kann.
Von Männern, die gefoltert schrien,
träum‘ ich mein kurzes Leben lang,
seh‘ Nackte, die dem Terror fliehn
und Leichen noch am am Galgenstrang.
Seh‘ Kämpfer, die die Frauen schänden,
seh‘ manches totgeschlag’ne Kind
und riech die Angst, die nie wird enden,
so lange wir so duldsam sind.
Wer hat dem Fürsten Macht gegeben ?
wer machte ihn zu unserm Herrn ?
Wir schenktem ihm nie unser Leben,
die Kugel gäben wir ihm gern.


© Vivienne, 7. Oktober 2010