Der Schreiner

Es steht ein Baum am Waldesrand,
noch jung und ohne Regel.
Sein Schicksal ist noch unbekannt,
schwankt zwischen Schrank und Flegel

Ein Menschenalter geht vorbei
Und auch der Baum wird alt,
ein Sturm riss jüngst sein Haupt entzwei,
schlug in den Stamm 'nen Spalt.

Der Förster denkt, nun ist die Zeit,
dein Schicksal trifft die Wahl,
als Schrank lebst du für Ewigkeit,
als Brennholz sehr final.

Und als der Stamm zu Boden fällt,
geschunden doch in Stolz,
ein Schreiner sich dazu gesellt,
der kauft das grobe Holz.

Es fordert seine ganze Kraft,
sein Können, seine Zeit,
mit der er dann ein Kunstwerk schafft
für alle Ewigkeit.

© HorstDecker, 1. September 2008

geändert: 9. September 2014




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